Mikro- und Makronährstoffe sind die Grundlage Ihrer Gesundheit. Erfahren Sie, warum eine gezielte Nährstoffversorgung bei Migräne, ADHS, Erschöpfung, Arteriosklerose und vielen weiteren Beschwerdebildern entscheidend ist.
Unser Körper benötigt täglich eine Vielzahl an Nährstoffen, um alle Funktionen optimal aufrechtzuerhalten. Während Makronährstoffe die Energie liefern, steuern Mikronährstoffe als biochemische Schalter nahezu jeden Stoffwechselprozess.
Wichtig zu wissen: Selbst bei ausgewogener Ernährung können Mängel entstehen – durch Stress, Medikamente, genetische Besonderheiten, Resorptionsstörungen oder erhöhten Bedarf in bestimmten Lebensphasen. Regelmäßige Laborkontrollen sind daher empfehlenswert.
Kohlenhydrate sind der bevorzugte Energielieferant des Körpers, insbesondere für Gehirn und Muskeln. Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Gemüse liefern gleichmäßige Energie und wertvolle Ballaststoffe, die das Mikrobiom nähren.
Proteine sind Bausteine für Muskeln, Enzyme, Hormone und Immunzellen. Sie bestehen aus 20 Aminosäuren, von denen 9 essenziell sind – der Körper kann sie nicht selbst herstellen. Eine ausreichende Proteinzufuhr ist besonders für Sportler, ältere Menschen und Vegetarier essenziell.
Fette sind unverzichtbar für die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K), die Hormonproduktion und die Zellmembranstruktur. Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl, Walnüssen und fettem Fisch wirken entzündungshemmend und schützen das Herz-Kreislauf-System.
Ballaststoffe sind unverdauliche Pflanzenstoffe, die das Darmmikrobiom ernähren, den Blutzucker stabilisieren und das Cholesterin senken. Sie sind in Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten reichlich enthalten und gelten als Schlüssel für ein gesundes Immunsystem.
Die Vollblutanalyse ist der Goldstandard der Nährstoffdiagnostik. Im Gegensatz zur herkömmlichen Serumanalyse misst sie den tatsächlichen intrazellulären Nährstoffgehalt – dort, wo Vitamine und Mineralstoffe tatsächlich wirken.
Vollblutanalysen erkennen Nährstoffdefizite, bevor klinische Symptome auftreten. Besonders bei Magnesium, Zink und Selen zeigt der Serumwert erst bei schwerem Mangel Abweichungen – wenn bereits erhebliche Schäden entstanden sind.
Über 90 % aller Nährstoffe befinden sich intrazellulär – also in den Zellen, wo sie wirken. Das Serum enthält nur den Transport-Anteil. Die Vollblutanalyse misst den tatsächlichen Nährstoffgehalt in Erythrozyten und Leukozyten.
Der Vollblutwert spiegelt den funktionellen Nährstoffstatus wider – also wie viel tatsächlich für Stoffwechselprozesse zur Verfügung steht. Dies ist klinisch deutlich relevanter als der Transportwert im Serum.
Viele Patienten mit typischen Mangelsymptomen (Erschöpfung, Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen) haben "normale" Serumwerte, aber erniedrigte Vollblutwerte. Ohne Vollblutdiagnostik bleiben diese Mängel unentdeckt.
Warum der Serumwert täuscht – und was das für Patienten bedeutet
Magnesium ist zu über 99 % intrazellulär gespeichert – in Knochen, Muskeln und Organen. Im Blutserum befinden sich nur etwa 0,3 % des Gesamtmagnesiums. Der Körper reguliert den Serummagnesiumspiegel sehr präzise: Sobald der Serumspiegel zu sinken droht, wird Magnesium aus den Zellen freigesetzt – auf Kosten des intrazellulären Speichers.
Das bedeutet: Ein normaler Serumwert schließt einen Magnesiummangel nicht aus. Patienten mit Migräne, Muskelkrämpfen, Herzrhythmusstörungen oder chronischer Erschöpfung können trotz normalem Serum-Mg deutlich erniedrigte Vollblutwerte aufweisen.
Typische Symptome bei latentem Magnesiummangel
0,75–0,95 mmol/l
Misst nur ~0,3 % des Gesamtmagnesiums • Normwert schließt Mangel nicht aus • Wird durch Knochen-Mobilisierung konstant gehalten
1,38–1,50 mmol/l
Misst intrazellulären Magnesiumgehalt in Erythrozyten • Zeigt funktionellen Versorgungsstatus • Erkennt latenten Mangel frühzeitig
Therapieempfehlung bei Magnesiummangel
Wir führen umfassende Vollblutanalysen durch und interpretieren die Ergebnisse im klinischen Kontext. So erkennen wir Nährstoffdefizite, bevor sie zu Beschwerden führen.
Viele chronische Erkrankungen und Beschwerden haben eine ernährungsmedizinische Komponente. Die gezielte Diagnostik und Therapie von Nährstoffmängeln kann die Lebensqualität erheblich verbessern.
Nährstoffmangel als häufige Ursache
Magnesium, Riboflavin (B2) und Coenzym Q10 spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Prävention von Migräneattacken.
Nährstoffe für Aufmerksamkeit und Fokus
Omega-3-Fettsäuren, Zink, Eisen und Magnesium beeinflussen die Neurotransmitterproduktion und können ADHS-Symptome lindern.
Wenn der Akku dauerhaft leer ist
Chronische Erschöpfung ist häufig mit Mängeln an Eisen, Vitamin D, B-Vitaminen und Coenzym Q10 assoziiert.
Häufig unterschätzt und fehldiagnostiziert
Eisenmangel ist die häufigste Mangelerscheinung weltweit – besonders bei Frauen, Vegetarierinnen und Sportlerinnen.
Ernährung als Prävention und Therapie
Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien, Folsäure und Vitamin K2 schützen die Gefäße und reduzieren das kardiovaskuläre Risiko.
Nährstoffe für Gehirn und Nervensystem
Das Nervensystem ist besonders empfindlich gegenüber Nährstoffmängeln. B-Vitamine, Omega-3 und Magnesium sind essenziell für die Nervengesundheit.
Hinweis: Die hier genannten Nährstoffempfehlungen dienen der allgemeinen Information. Vor einer Supplementierung sollte immer eine ärztliche Beratung und Labordiagnostik erfolgen, um individuelle Mängel festzustellen und die richtige Dosierung zu bestimmen.
Kreatin ist eine körpereigene Substanz, die aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin gebildet wird. Es ist der wichtigste Energiepuffer für Muskeln und Gehirn – und eines der am besten untersuchten Supplemente der Medizin. Die Anwendungsgebiete gehen weit über den Sport hinaus.
Kreatin ist das am besten untersuchte Supplement im Leistungssport. Es erhöht die Phosphokreatin-Speicher in den Muskeln und verbessert damit die Energiebereitstellung bei kurzen, intensiven Belastungen.
Steigerung der maximalen Kraftleistung um 5–15 %
Verbesserung der Wiederholungsleistung bei Krafttraining
Schnellere Regeneration zwischen Sätzen und Einheiten
Erhöhte Muskelmasse durch verbesserte Proteinsynthese
Reduktion von Muskelschäden und Entzündungsmarkern
Verbesserung der Ausdauerleistung bei hochintensiven Intervallen
Hinweis: Kreatin-Monohydrat ist die am besten untersuchte und kostengünstigste Form. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mind. 2,5 l/Tag) ist wichtig.
Aufgeteilt in 4 × 5 g – schnellere Sättigung der Muskelspeicher
Täglich, idealerweise nach dem Training mit Kohlenhydraten
Volle Wirkung nach ca. 4 Wochen – schonender für den Magen
Empfohlene Kreatin-Formen
Goldstandard – am besten untersucht, günstigste Option
Bessere Löslichkeit, geringere Dosis nötig, magenfreundlicher
Kein Vorteil gegenüber Monohydrat – nicht empfohlen
Kreatin-Monohydrat ist eines der sichersten und am besten untersuchten Supplemente überhaupt. Über 1.000 klinische Studien belegen Wirksamkeit und Sicherheit.
Bei gesunden Nieren ist Kreatin unbedenklich. Bei vorbestehenden Nierenerkrankungen sollte die Einnahme mit dem Arzt besprochen werden.
In der Anfangsphase kann Kreatin zu leichten Wassereinlagerungen in der Muskulatur führen (+1–2 kg). Dies ist physiologisch und kein Fettaufbau.
Kreatin kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Vegetarier und Veganer haben deutlich niedrigere Kreatinspeicher und profitieren besonders von der Supplementierung.
Aminosäuren sind die Grundbausteine aller Proteine im Körper. Sie sind nicht nur für Muskelaufbau und Regeneration essenziell, sondern auch für die Produktion von Neurotransmittern, Hormonen, Enzymen und Immunzellen.
Von den 20 proteinogenen Aminosäuren sind 9 essenziell – der Körper kann sie nicht selbst herstellen und ist auf die Nahrungszufuhr angewiesen. Weitere Aminosäuren werden unter bestimmten Bedingungen (Stress, Krankheit, Sport) zu bedingt essenziellen Nährstoffen.
Wichtig für Vegetarier & Veganer: Pflanzliche Proteine haben häufig ein unvollständiges Aminosäureprofil. Durch geschickte Kombination (z.B. Hülsenfrüchte + Getreide) oder gezielte Supplementierung lässt sich eine vollständige Versorgung sicherstellen.

Wichtigste Aminosäure für Darmzellen und Immunsystem. Bei Stress, Krankheit und intensivem Sport stark erhöhter Bedarf.
Vorstufe von Stickstoffmonoxid (NO) – wichtig für Gefäßerweiterung, Blutdruck und Immunabwehr. Bei Arteriosklerose und Herzerkrankungen relevant.
Unterstützt Herzfunktion, Nervensystem und Antioxidantienabwehr. Besonders wichtig für Vegetarier und Veganer, die kaum Taurin über die Nahrung aufnehmen.
Vorstufe von Glutathion – dem wichtigsten körpereigenen Antioxidans. Unterstützt Entgiftung und Immunfunktion.
Vorstufe von Dopamin, Noradrenalin und Schilddrüsenhormonen. Bei Stress und Erschöpfung erhöhter Bedarf.
Nährstoffbedarf ist nicht universell. Sportler, Frauen in verschiedenen Lebensphasen und Menschen mit pflanzlicher Ernährung haben spezifische Anforderungen, die eine gezielte Anpassung erfordern.

Wichtige Nährstoffe
Leistung, Regeneration & Schutz vor Überlastung
Sportler haben einen deutlich erhöhten Bedarf an Makro- und Mikronährstoffen. Nährstoffmängel beeinträchtigen nicht nur die Leistung, sondern erhöhen auch das Verletzungsrisiko und verzögern die Regeneration.
Ausdauersportler benötigen 1,2–1,6 g Protein pro kg Körpergewicht, Kraftsportler bis zu 1,8–2,0 g/kg. Besonders wichtig sind die essenziellen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin (BCAAs), die die Muskelproteinsynthese stimulieren und den Muskelabbau während intensiver Einheiten reduzieren.
Eisen (besonders bei Ausdauersportlerinnen durch Hämolyse und Menstruation), Magnesium (Muskelkontraktionen, Energiestoffwechsel), Vitamin D (Muskelfunktion, Knochengesundheit), Zink (Testosteronproduktion, Immunfunktion) und B-Vitamine (Energiestoffwechsel) haben bei Sportlern einen erhöhten Bedarf.
Das Timing der Nährstoffzufuhr ist bei Sportlern besonders wichtig: Kohlenhydrate vor dem Training für Energie, Protein innerhalb von 30–60 Minuten nach dem Training für optimale Muskelproteinsynthese, Omega-3-Fettsäuren zur Reduktion von Entzündungen und Muskelkater.
Studien zeigen, dass Leistungssportler besonders häufig unter Eisenmangel, Vitamin-D-Mangel, Magnesiummangel und unzureichender Kalorienzufuhr leiden. Regelmäßige Laborkontrollen sind empfehlenswert.
Kreatin-Monohydrat ist das am besten untersuchte Supplement im Leistungssport. Es erhöht die Phosphokreatin-Speicher in den Muskeln, steigert die Kraftleistung um 5–15 %, verbessert die Regeneration und fördert den Muskelaufbau. Empfohlen: 3–5 g/Tag dauerhaft (ohne Ladephase) oder 20 g/Tag für 5–7 Tage als Ladephase, dann 3–5 g/Tag als Erhaltungsdosis.
Die meisten chronischen Erkrankungen unserer Zeit sind zu einem großen Teil ernährungsbedingt und damit vermeidbar. Gezielte Ernährungsmedizin ist die wirksamste Präventionsstrategie.
der Herzerkrankungen sind durch Ernährung und Lebensstil vermeidbar
Risikoreduktion für Herzinfarkt durch mediterrane Ernährung (PREDIMED)
der Deutschen haben Vitamin-D-Mangel – ein zentraler Risikofaktor
Reduktion des Schlaganfallrisikos durch optimale Omega-3-Versorgung

Arteriosklerose beginnt als chronisch-entzündlicher Prozess im Gefäßendothel. Oxidiertes LDL-Cholesterin, erhöhtes Homocystein, Insulinresistenz und Entzündungsmarker (CRP, IL-6) sind die wichtigsten Risikofaktoren – und alle sind durch Ernährung beeinflussbar.
Schlüsselnährstoffe
Die mediterrane Ernährung ist die am besten untersuchte Ernährungsform zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen. Kernelemente: reichlich Olivenöl (extra vergine), Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fisch, wenig rotes Fleisch und verarbeitete Lebensmittel.
Oxidativer Stress ist ein zentraler Mechanismus bei Arteriosklerose, Krebs und Neurodegeneration. Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin, Selen, Zink und Polyphenole aus Beeren, Grüntee und dunkler Schokolade neutralisieren freie Radikale.
Chronische Entzündungen sind der gemeinsame Nenner vieler Zivilisationskrankheiten. Omega-3-Fettsäuren, Kurkuma (Curcumin), Ingwer, Quercetin und Resveratrol wirken entzündungshemmend. Zucker, Transfette und hochverarbeitete Lebensmittel fördern Entzündungen.
Ein gesundes Darmmikrobiom ist essenziell für Immunfunktion, Stimmung und Stoffwechsel. Ballaststoffe (Präbiotika), fermentierte Lebensmittel (Probiotika), Polyphenole und Vermeidung von Antibiotika-Übergebrauch schützen die Darmflora.
Chronisch erhöhter Blutzucker und Insulinresistenz sind Haupttreiber von Arteriosklerose, Typ-2-Diabetes und metabolischem Syndrom. Ballaststoffreiche Ernährung, Magnesium, Chrom, Zimt und Berbetin verbessern die Insulinsensitivität.
Erhöhtes Homocystein schädigt das Gefäßendothel und ist ein unabhängiger Risikofaktor für Arteriosklerose und Demenz. Folsäure, Vitamin B6 und B12 sind essenziell für den Homocysteinabbau. Regelmäßige Kontrolle empfohlen.
Gesunde Ernährung muss nicht kompliziert sein. Mit den richtigen Grundprinzipien und einer strukturierten Tagesplanung können Sie Ihre Nährstoffversorgung deutlich verbessern.
Frühstück
Nährstoffe: Ballaststoffe, Omega-3, Antioxidantien, Magnesium
Mittagessen
Nährstoffe: Komplette Aminosäuren, Eisen, Vitamin C, gesunde Fette
Snack
Nährstoffe: Omega-3, Polyphenole, Ballaststoffe, Vitamin C
Abendessen
Nährstoffe: EPA/DHA, Protein, Vitamin D, Jod
Essen Sie täglich mindestens 5 Portionen Gemüse und Obst in verschiedenen Farben
Bevorzugen Sie Vollkornprodukte gegenüber Weißmehlprodukten
Integrieren Sie täglich Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen)
Verwenden Sie Olivenöl extra vergine als Hauptfettquelle
Essen Sie 2–3 Mal pro Woche fetten Fisch (Lachs, Makrele, Hering)
Reduzieren Sie Zucker, Weißmehl und hochverarbeitete Lebensmittel
Trinken Sie täglich 1,5–2 Liter Wasser oder ungesüßten Kräutertee
Essen Sie regelmäßig Nüsse und Samen (30 g täglich)
Fermentierte Lebensmittel (Joghurt, Kefir, Sauerkraut) täglich integrieren
Kochen Sie mit Kurkuma, Ingwer und Knoblauch – natürliche Entzündungshemmer
Hinweis: Die hier genannten Zielwerte sind Orientierungswerte aus der Funktionellen Medizin und können von den Referenzbereichen der Labore abweichen. Bitte besprechen Sie Ihre Laborwerte mit einem Arzt.
Dieser Ratgeber gibt allgemeine Empfehlungen. Für eine individuelle Nährstoffdiagnostik, Laborauswertung und persönliche Therapieplanung empfehlen wir eine ärztliche Beratung.
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